Die Prostata gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und ist für die Produktion der Flüssigkeit, welche das Überleben von Samenzellen sicherstellt, zuständig. Wenn die Prostata erkrankt, handelt es sich dabei entweder um eine Entzündung der Prostata, gutartige Vergrößerung der Prostata oder gar um Prostatakrebs.

Prostatakrebs zählt zu den am häufigsten diagnostizierten bösartigen Tumorerkrankungen bei Männern und zu der zweithäufigsten krebsinduzierten Todesursache. Alleine in Europa werden jährlich ca. 2,6 Millionen Neuerkrankungen registriert. Über 90 Prozent der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 60 Jahre.

Risikofaktoren

Weil es praktisch keine Frühsymptome gibt, kann Prostatakrebs umso erfolgreicher behandelt werden, je früher dieser entdeckt wird. Eine Vorsorgeuntersuchung (Termin vereinbaren) rettet daher Leben und wird für Männer ab dem 45. Lebensjahr empfohlen!

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass für die Entwicklung von Prostatakrebs folgende Risikofaktoren verantwortlich sind:

  • Alter
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Alkoholkonsum
  • Tabakkonsum
  • Genetische Vorbelastung

Laut WHO zählen Rauchen und ungesunde Ernährung zu den häufigsten und größten Risikofaktoren. Daher kann das Krebsrisiko zu einem Großteil von einem selbst beeinflusst werden. Je mehr Risikofaktoren zusammenspielen, desto größer ist das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.

Welche Untersuchungen gibt es?

Der wichtigste Risikofaktor ist jedoch das Alter, da ab dem 45. Lebensjahr die Neuerkrankungsrate stetig steigt und ab dem 60. Lebensjahr rasant zunimmt.

Wurde Prostatakrebs bereits bei einem engen Familienmitglied (Vater oder Bruder) vor dem 65. Lebensjahr diagnostiziert, ist das Risiko selbst zu erkranken, doppelt so hoch.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung werden neben der Erhebung der individuellen Risikofaktoren folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Digital-rektale Untersuchung der Prostata
  • Bestimmung des PSA-Werts (prostataspezifisches Antigen)
  • Prostatastanz-Biopsie

Bei der digital-rektalen Untersuchung werden die Geschlechtsorgane und Leistengegend des Mannes untersucht und die Prostata vom Enddarm aus abgetastet. Somit können größere Geschwulste an der Prostata erkannt werden. Kleinere Tumore oder jene, die verdeckt liegen, können dabei nicht entdeckt werden.

In weitere Folge wird ein PSA-Test angeordnet. Beim PSA-Test handelt es sich um einen Bluttest, wodurch das prostataspezifische Antigen nachgewiesen wird. PSA wird in den Drüsen der Prostata gebildet und gibt je nach Höhe Hinweise auf die vorliegende Erkrankung. Bei einem sehr hohen Wert handelt es sich meist um eine akute Entzündung der Prostata. Bei einem Prostatakarzinom variiert der PSA-Wert je nach Stadium der Erkrankung.

Eindeutige Diagnose

Haben die Vorbefunde Auffälligkeiten gezeigt, wird eine Prostatastanz-Biopsie in Auftrag gegeben, bei der Gewebeproben aus der Prostata entnommen und analysiert werden. Unterstützend kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, wodurch auffällige Areale der Prostata identifiziert werden und zusätzlich Proben bei der Biopsie entnommen werden können. In Einzelfällen kann die Gewebeentnahme auf das auffällige Areal begrenzt werden. Die Biopsie wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und verursacht daher keine oder nur geringe Schmerzen.

Zur Früherkennung selbst wird die PSA-Bestimmung in Kombination mit der digital-rektalen Untersuchung empfohlen. In welchem Abstand beides wiederholt werden sollte, richtet sich dabei nach dem Alter des Patienten und dem PSA-Wert.